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Ausblick auf eine Saison unter schwierigen Vorzeichen

 

 

 

 

Die Wintersaison 2021/22 ist auf der Zielgeraden und der Frühling zumindest im Tal bereits da. Leider konnten unsere Winterräume auch diesen Winter wegen der strengen Corona-Vorgaben nicht genutzt werden.

Aktuell stehen die Wirtsleute ebenso wie die Sektion als Hütteneigentümerin vor massiven Herausforderungen: Die behördlichen Auflagen werden von Jahr zu Jahr umfangreicher und auch die wirtschaftliche Lage sieht alles andere als vielversprechend aus: Rohstoffknappheit, stetig ansteigende Energie- und Lebensmittelpreise sowie ein immer größerer Personalengpass führen zu großer Ungewissheit in der Sommerplanung.

Insbesondere die hohen Kraftstoffpreise in Verbindung mit der Umsetzung der behördlichen Auflagen wie z.B. der Abwasserreinigung sowie Einschränkungen in der Hüttenversorgung mittels Hubschrauber werden die Kosten für die Hüttenversorgung empfindlich in die Höhe treiben. Diese werden in letzter Instanz auf die Hüttenbesucher umgelegt werden müssen um einen Betrieb der Schutzhüttten weiter gewährleisten zu können.

Daher ist die Frage leider nicht mehr ob der Hüttenausflug teurer wird, sondern nur wie viel und ob sich dann noch jeder Interessierte diesen leisten kann. Besonders für Familien wird dieser Bergsommer zu einer Kraftprobe werden!

Wie jedes Jahr bleibt zudem darauf hinzuweisen, dass sich trotz der geringen Schneelage, besonders an nordseitigen Hängen und im Hochgebirge noch bis in den Juli hinein Schneefelder halten können. Hauptsächlich in den Morgenstunden sind diese meist noch steinhart gefroren. Wer darauf ausrutscht und zum Fallen kommt, kann sich kaum bremsen und stürzt in meistens lebensbedrohlich ab.

Da die Bergwachten in diesem Frühjahr bereits erheblich mehr Einsätze zu verzeichnen hatten und auch die Zahl der Bergtoten auf einen neuen Rekord zusteuert, raten wir jedem Besucher zu einer umsichtigen Planung. Ganz wichtig dabei ist die Selbsteinschätzung und eine kritische Betrachtung während der Wanderung. Bei Unsicherheit oder Angst ist eine Umkehr geboten und sollte jederzeit möglich sein.

Als erste Hütte der DAV Sektion Berchtesgaden öffnet das Schneibsteinhaus am 20.05.2022, einen Tag später am 21.05.2022 die Blaueishütte

Kurz danach am Vatertag (Christi Himmelfahrt), dem 26.05.2022 öffnen das Kärlingerhaus am Funtensee sowie das Stöhrhaus am Untersberg.

Als letzte Hütte öffnet die Wasseralm in der Röth am 02.06.2022.

Das Watzmannhaus der DAV Sektion München Oberland öffnet am 20.05.22, die privat betriebene Gotzenalm am 26.05.2022 und das Purtschellerhaus der DAV Sektion Sonneberg am 28.05.2022. Die Wimbachgrieshütte der Naturfreunde öffnet am 01.06.2022. (kursive Daten nur der Vollständigkeit halber und ohne Gewähr)

Auch die Selbstversorgerhütten der Sektion können wieder genutzt werden.

In Bayern wurden die meisten Corona Auflagen seit April 2022 ausgesetzt. Konkret bedeutet dies: es gibt keine Abstandspflicht mehr, keine Maskenpflicht und keine Zutrittstests. Auch die Zugangsbeschränkung pro Raum wurden aufgehoben.

 

Weiter beibehalten wird die Reservierungspflicht. Denn da wir davon ausgehen, dass nach wie vor sehr viele Besucher in den Bergen sein werden, dient diese unseren Hüttenwirten dazu nachhaltiger planen zu können. Es sei darauf hingewiesen, dass eine Reservierung über das Reservierungssystem des DAV (https://www.alpenverein.de/DAV-Services/Huettensuche) auch noch kurzfristig bei Beginn der Wanderung übers Smartphone möglich ist. Sollte eine solche nicht mehr möglich sein, ist davon auszugehen dass die Hütte voll ist, und eine ordentliche Unterbringung nicht mehr möglich sein wird. Die Nutzung von Decken ist in der Saison 2022 wieder erlaubt, hierbei ist die Benutzung eines Hüttenschlafsacks obligatorisch.

Wir empfehlen weiterhin die allgemeinen Schutz- und Hygienemaßnahmen zu beachten. Hierzu zählen insbesondere die Wahrung des Mindestabstands, das Tragen medizinischer Gesichtsmasken in Innenräumen sowie freiwillige Hygienekonzepte. Wir bitten aber alle Besucher zu beachten, dass es gerade zu Stoßzeiten auf unseren Hütten auch mal eng werden kann. Dies liegt zum einen im Wesen der Schutzhütten mit ihren Bettenlagern, ebenso wie an dem stark gestiegenen Besucherdruck in den letzten Jahren. Hier setzen wir verstärkt auf das Verständnis unserer Gäste!

Besuchern, welche sich unter diesen Umständen nicht wohl fühlen, empfehlen wir von einer Übernachtung auf unseren Hütten abzusehen.